ESG Standards für die Finanzindustrie | baningo connect

Das “BIO” Siegel für Banken - ESG Standards für die Finanzindustrie

Hast du schon von den ESG Standards gehört? Wenn nicht, dann kommst du spätestens ab 2022 nicht mehr daran vorbei. Es geht um Nachhaltigkeit, um Bewusstsein aber zuallererst um die Verantwortung zum nachhaltigen Handeln. Unter ESG fasst man die Begriffe Umwelt, Soziales und Unternehmensführung zusammen (Environmental Social Governance).

Oktober 2021 | Inspiration
6 min Lesezeit

Für Unternehmen in der Finanzindustrie bedeutet das bis jetzt vor allem AnlegerInnen die Möglichkeit zu geben, transparenter und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen in welche Unternehmen oder Projekte sie sich investieren möchten. Die Anzahl der ESG spezifischen Anlageinstrumente ist massiv gestiegen (Investmentfonds, ETFs,...). Ziel ist es neben wirtschaftlichen Anlagezielen auch ethische, nachhaltige und umweltschonende Aspekte zu berücksichtigen. Viele Anbieter sind sehr strikt, manche - wie oft in der Finanzindustrie - besonders kreativ.

Auch bei den eigenen Anstrengungen den ESG Standards für das eigene Unternehmen gerecht zu werden, ist in den vergangen Jahren und vor allem Monaten Bewegung gekommen.

Wo kommt das her, wo geht es hin?

ESG Standards

Woher kommen die ESG Standards?

Die ersten Bemühungen gab es bereits in den 1960er Jahren ohne jedoch speziell die Rahmenbedingungen festzulegen. Größere Pensionsfonds aus dem Gewerkschaftsbereich nahmen mit ihrem verwalteten Kapitalvermögen Verantwortung für beispielsweise bezahlbaren Wohnraum wahr.

Politische Umwälzungen in den 1970er Jahren (allen voran wachsende Widerstände gegen das Apartheid-Regime) führten bei manchen Anlegern zum Umdenken und brachten ethische Berücksichtigungen erstmals prominenter auf den Schirm.

Nach vielen weiteren kleinen Schritten in verschiedene Richtungen dauerte es jedoch bis Anfang des neuen Jahrtausends bis sich unter Führung der Vereinten Nationen auf Basis einer freiwilligen Selbstverpflichtung ein ESG-Katalog (PRI - Principles for Responsible Investment) formte, der AnlegerInnen eine Richtlinie für deine Investmententscheidungen bietet.

Bis heute haben sich über 3.000 Unternehmen mit über 100 Billionen USD Assets under Management weltweit dazu verpflichtet diesen Katalog umzusetzen.

Von PRI zu CSRD - oder von der Freiwilligkeit zur Pflicht

Bis Ende 2022 muss in jedem EU-Land ein sogenannter Corporate Sustainability Report (CSR) über die CSR-Directive in nationales Recht umgesetzt werden.

Was bedeutet das? Für alle “large companies” und regulär gelisteten Unternehmen wird es zur Pflicht einen eigenen Report zu erstellen, der alle Bemühungen der Unternehmen auflistet den festgesetzten ESG Kriterien zu entsprechen. Kurz oder mittelfristig kommt es zu einem ESG-Scoring von Unternehmen.

Einer Kennzahl der man wahrscheinlich gar nicht genug Aufmerksamkeit widmen kann, führen die Entwicklungen doch absehbar dazu, wie attraktiv Unternehmen für andere InvestorInnen oder öffentliche Gelder werden.

Um die Einhaltung der Kriterien zu überprüfen und zu bewerten hat man sogenannte ESG-Ratingagenturen etabliert. Ob und wie dieses System funktioniert wird sich weisen. Die letzte Finanzkrise und die Rolle der Ratingagenturen ist noch in unser aller Bewusstsein.

ESG-Standards

Quo vadis Finanzwelt?

Es reicht bald nicht mehr als Finanzunternehmen andere nach ESG-Standards zu bewerten, man wird selbst bewertet.

Nicht nur vom Kapitalmarkt und den neuen Ratingabteilungen und -agenturen, auch von den KundInnen und Partnern.

Zusammenfassend zeigen wir einige Punkte für Finanzunternehmen, bei denen es sich lohnt erste Schritte zu setzen oder bestehende Bemühungen zu erweitern:

  • Energiemanagement
  • Öko-Effizienz
  • Klimaschutz
  • Ökologischer Fußabdruck
  • Office-Management (Papier, Shared Offices, Remote Work,...)
  • Zugangswege für KundInnen und Partner digitalisieren
  • Sensibilisierung der MitarbeiterInnen
  • Faire Bezahlung
  • Attraktive Arbeitszeitmodelle
  • Bewertung der Sub-Unternehmen
  • Weiterbildung
  • Korruptions-Sensibilisierung
  • Unabhängigkeit der Kontrollorgane
  • Förderung von Vielfalt
  • Chancengleichheit im Unternehmen
  • Nachhaltigkeitsziele für Vorstände
  • Willst du mehr Beispiele und Ideen? Tritt einfach mit uns in den Austausch, wie baningo dich dabei unterstützen könnte, deine Ziele zu erreichen.
    Let's chat.
    Lukas Kupfner
    Lukas Kupfner
    Head of Business Development

    Über den Autor

    Lukas ist Head of Business Development bei baningo.

    Mehr über mich | Online Termin vereinbaren

    Mehr Juicy Digital News?

    Melde dich für unseren monatlichen Newsletter an und erhalte freshe Updates rund um das Thema digitale Transformation in der Kundenbeziehung.

    Anmelden
    Newsletter Anmeldung baningo